> Hauptseite   > Aktuelles
Logo: Berufsförderungswerk Düren

Berufsförderungswerk Düren

Zentrum für berufliche Bildung blinder und sehbehinderter Menschen


Aktuelles:

 

 


19.09.2017

Vom Teilnehmer zum Mitarbeiter

Auch das geht im Berufsförderungswerk Düren. Der ehemalige Teilnehmer Christian Blome ist heute Mitarbeiter im Bereich Ausbildung im BFW Düren.

 

Alles begann im Jahre 2006. Zu dieser Zeit war Herr Blome noch in seiner eigenen Firma tätig. Aufgrund einer degenerativen Netzhauterkrankung wurde das Arbeiten in seiner auf Möbel- und Kunsttransporte spezialisierten Spedition jedoch immer schwieriger. Die Agentur für Arbeit in Münster unterstützte Herrn Blome bei seinem Wunsch, sich beruflich zu verändern und trotz Behinderung weiterhin erfolgreich am Arbeitsleben teilzunehmen. Der Weg führte ihn somit im Januar 2007 zur Eignungsabklärung in das BFW Düren. Dort stellte sich heraus, dass sein manuelles Geschick und sein Interesse für Bewegung und Sport gute Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Physiotherapeuten sind.

 

Nun ging es zügig auf in neue berufliche Herausforderungen. Von März bis September des gleichen Jahres absolvierte Herr Blome erfolgreich den „Grundlehrgang Physikalische Therapie GPT“ im BFW Düren und ging gleich darauf in das BFW Mainz, um dort nach dreijähriger Ausbildung im September 2010 die Ausbildung zum Physiotherapeuten mit einem sehr guten Ergebnis abzuschließen.

 

Aus privaten Gründen führte der Weg nun wieder nach Düren zurück, wo er jetzt als Physiotherapeut in einer Praxis für Krankengymnastik und Massage tätig war. Die Verbundenheit zum BFW Düren blieb und als 2013 eine Ausbilderin des GPT erkrankte, sprang Herr Blome ein und war fortan als Honorarkraft im BFW Düren tätig. Im Dezember 2016 wurde aus der Honorartätigkeit eine Festanstellung und heute bildet Herr Blome selbst angehende Masseure und Physiotherapeuten im GPT aus.

 

Herr Blome profitiert somit bei seiner Tätigkeit im BFW Düren von den Erfahrungen, die er selbst auf seinem Weg der beruflichen Neuorientierung gemacht hat. Er kennt den Qualifizierungsweg in Düren und Mainz, hat in der Physiotherapiepraxis gearbeitet und kann unsere Teilnehmer von seinen Erfahrungen profitieren lassen. Als Sehgeschädigter kennt er Möglichkeiten und Grenzen der beruflichen Perspektiven und kann auch auf diesem Feld unsere Rehabilitanden qualifiziert beraten.

 

Das BFW Düren ist froh, dass es einen solch engagierten und qualifizierten Mitarbeiter in seinen Reihen hat.

 

 


19.09.2017

Das Erfolgsmodell Landes-Qualifizierungsmaßnahme (LQ) geht ins 21. Jahr:

 

Interview mit Herrn Heinz Pütz, ehemaliger Vorsitzender der AGSV NRW (Arbeitsgemeinschaft der Hauptschwerbehindertenvertretungen und Schwerbehindertenvertretungen der obersten Landesbehörden NRW)

 

Wolfram Siebert: Guten Tag Herr Pütz, Sie waren von der ersten Sekunde mit dabei. Wie ist die LQ eigentlich entstanden?

 

Heinz Pütz: Eigentlich aus der Not heraus. Damals, vor 21 Jahren erfüllte das Land NRW die 6% Beschäftigungsquote von schwerbehinderten Menschen nicht. Die damalige Landesregierung und die AGSV beschlossen daher, dieser Tatsache entgegen zu wirken und entwickelten daher  in Zusammenarbeit mit den Berufsförderungswerken in Oberhausen und Düren die Landesqualifizierungsmaßnahme. Schon damals sollten so maximal 16 Stellen zusätzlich mit schwerbehinderten Menschen besetzt werden. Das BFW Düren bildete dabei sehbeeinträchtigte Menschen aus (keine Vollblinden), das BFW Oberhausen Menschen mit anderen Beeinträchtigungen.

 

Siebert: Wo wurden die Teilnehmer der Maßnahme danach integriert?

 

Pütz: In den ersten 10 Jahren alle im Bereich des Innenministeriums. Nach 10 Jahren wurde das aber geändert, da das Innenministerium alleine auch auf Grund von Sparzwängen nicht mehr alle Teilnehmer aufnehmen konnte.  Daraufhin gab es einen neuen Kabinettsbeschluss, der die Verteilung auf alle Ressorts der Landesverwaltung festlegte. Damals übrigens unter der Federführung des damaligen Arbeitsministers Laumann, der aktuell im der neuen Landesregierung wieder die gleiche Funktion hat.

 

Siebert: Wie ging es dann weiter?

 

Pütz: Bis heute hat dieser Kabinettsbeschluss Gültigkeit. Ungefähr 2010 wurde die Maßnahme auch für vollblinde Menschen geöffnet, was dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz und dem Behindertengleichstellungsgesetz zu verdanken war. Seitdem nehmen auch vollblinde Teilnehmer erfolgreich an der LQ teil.

 

Siebert: Gibt es aktuell etwas Neues?

 

Pütz: Die neue Landesregierung hat in der Koalitionsvereinbarung festgelegt, dass 5% der neu zu besetzenden Stellen durch Menschen mit Behinderung besetzt werden sollen. Darauf wird auch mein Nachfolger Herr Günther Uhlworm sicherlich achten.

 

Siebert: Die LQ - eigentlich ein nachahmungswürdiges Modell - was haben andere Bundesländer gemacht?

 

Pütz: Leider ist es nirgendwo gelungen etwas Ähnliches zu etablieren. Aber meine Kollegen in den anderen Bundesländern werden da nicht aufgeben.

 

Siebert: Und Sie? Behalten Sie die LQ im Auge?

 

Pütz: Selbstverständlich. Vor allem auch dadurch, dass ich als Dozent mit einigen Stunden in Düren in den Fächern Personalvertretungsrecht und Schwerbehindertenrecht hoffentlich noch ein paar Jahre unterrichten kann.

 

Siebert: Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute, vor allem Gesundheit.

 


08.09.2017

"Radeln für die Reha" und für den guten Zweck

 

Münster / Düren. Über 500 Kilometer radeln für die Reha! Die inzwischen dritte Auflage der erfolgreichen „Bäder- und Reha-Radtour“ startete am Mittwoch, 6. September 2017, in Düren. Um Punkt 13.00 Uhr wurde dort am Berufsförderungswerk Düren von Bettina Wulff, der Gattin von Altbundespräsident Christian Wulff, der Startschuss gegeben und die Radler auf ihre ganz besondere Werbetour für das Thema Rehabilitation geschickt. Und ganz „nebenbei“ wurde auch bei der 3. Reha-Tour für einen guten Spenden-Zweck kräftig in die Pedalen getreten.

 

Links zu den E-Paper-Artikeln zur Charity-Radtour:

 

https://epaper.zeitungsverlag-aachen.de/2.0/article/9fd78ac5df

 

http://epaper.supersonntag.de/2.0/article/ssv-m1/20170910/11/397220312

 

https://www.ihre-vorsorge.de/nachrichten/lesen/reha-werbung-auf-zwei-raedern.html

 


24.08.2017

Wie eine Beratung ein ganzes Leben verändert

 

Herr G. war viele Jahre erfolgreich als Schichtleiter in der Chemiebranche tätig, als er aufgrund einer Netzhauterkrankung zunehmend visuelle Probleme bei der Arbeit bekam. Letztlich verlor er seinen Arbeitsplatz, war einige Jahre arbeitslos und dadurch sehr belastet. Über einen Kontakt zum Integrationsfachdienst Sehen kam es zu einem Beratungsgespräch im Berufsförderungswerk Düren, an dem er mit seiner Ehefrau teilnahm. Diese hat ihn immer unterstützt und auch seine Entscheidung mitgetragen, im Berufsförderungswerk zunächst an einer Eignungsabklärung und dann an längeren Schulungsmaßnahmen teilzunehmen. Im Sommer 2017 schloss er sehr erfolgreich eine Umschulung zur Bürofachkraft ab und wird bald eine Qualifizierungsmaßnahme für den Landesdienst absolvieren. Wenn alles so gut verläuft wie bisher, kann er ab Frühjahr 2018 einen Arbeitsplatz in einer Behörde des Landes NRW erhalten.

 

Herr G. war immer sehr gerne berufstätig und ist nun froh, dass er die durch die Augenerkrankung bedingte „Auszeit“ überwunden hat und bald wieder einer interessanten Tätigkeit nachgehen kann. Dabei hat er auch die Schulungszeit im Berufsförderungswerk immer positiv gesehen und unter anderem durch seinen Einsatz in der Rehabilitandenmitverwaltung  aktiv mitgestaltet. Er betont dabei ausdrücklich, dass ihm dies ohne die Unterstützung durch seine Familie nicht möglich gewesen wäre. Daher war es für ihn sehr hilfreich, dass seine Frau schon beim ersten Beratungsgespräch mit einer Mitarbeiterin des BFW Düren teilnehmen konnte und mit ihm danach alle weiteren Schritte geplant und umgesetzt hat.

 

Das BFW Düren bietet an neun verschiedenen Standorten in Nord- und Westdeutschland kostenfreie Beratungen für Menschen an, die aufgrund ihrer Sehschädigung evtl. ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr durchführen können. 

 

 


04.08.2017

Wechsel an der Spitze der Teilnehmersprecher

 

Im BFW Düren wählen alle Teilnehmer eines Lehrgangs einen Lehrgangssprecher. Die Lehrgangssprecher wählen wiederum den Vorstand der Rehabilitandenmitverwaltung (RMV-Vorstand). Dieser RMV-Vorstand trifft sich regelmäßig mit der Geschäftsführung, dem pädagogischen Leiter, der Internatsleiterin und der Küchenleitung. In diesen Gesprächen werden aktuelle Wünsche, Probleme oder Themen besprochen und gemeinsam konstruktive Lösungen erarbeitet.

Der bisherige RMV-Vorstand hat in seiner Tätigkeitszeit viel bewegt: Es wurden z. B. gemeinsam Youtube-Filme entwickelt, es wurden Infoveranstaltungen für Teilnehmer/innen an Eignungsabklärungen eingerichtet, es wurde die BFW-Musikband gegründet und diverse Feste wurden gemeinsam mit dem Internats- und Küchenteam neu organisiert und durchgeführt.

Anfang August 2017 fanden neue Vorstandswahlen statt: Peter Gorski-Derichs und Marco Rocksien standen nicht mehr zur Wahl, da sie das BFW bald verlassen werden. Ute Essig und Christian Ernst bleiben dem Vorstand aber erhalten. Neu gewählt wurden Herr Thomas Bittler, Torsten Heise, Lütfi Gülsen und als Nachrücker Herr Frank Leifermann.

Das BFW Düren bedankt sich beim bisherigen RMV-Vorstand für die hervorragende Arbeit, gratuliert dem neuen Vorstand zur Wahl und wünscht ihm viel Erfolg. Wir freuen uns auf die weiterhin gute Zusammenarbeit.