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Berufsförderungswerk Düren

Zentrum für berufliche Bildung blinder und sehbehinderter Menschen


 

Aktuelles:

 


25.10.2017

Eine EDV-Schulung, die blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen die weitere Berufstätigkeit ermöglicht

 

Das Bfw Düren bietet berufstätigen Menschen, die wegen ihrer Augenerkrankung eine Arbeitstechnik auf der Basis der Blindenschrift benötigen, eine intensive dreimonatige arbeitsplatzbezogene Computerbraille- und EDV-Kleingruppenschulung an. Sie ist vor allem für bürobezogene Berufe geeignet und soll dazu befähigen, einen blindengerecht eingerichteten PC-Arbeitsplatz problemlos bedienen, um das Arbeitsverhältnis aufrechterhalten zu können. Ein ehemaliger Teilnehmer berichtet:

 

Retinitis Pigmentosa, eine fortschreitende und möglicherweise bis zur vollständigen Erblindung führende Augenerkrankung, so lautete im Alter von 41 Jahren die Diagnose meines Augenarztes.

 

Über einen Zeitraum von etwa 10 Jahren wurde der stetig zunehmende Sehverlust am Arbeitsplatz rein durch vergrößernde Hilfsmittel und die Invertierung der Bildschirmdarstellung auf dem PC ausgeglichen. Dieser Lösungsansatz war nicht nachhaltig und führte bei mir mit zunehmender Sehverschlechterung insbesondere zu psychischen Belastungen, die in einer tiefen Krise mündeten, und die therapeutisch behandelt werden mussten. Eine ambulante Psychotherapie öffnete mir den Blick für neue Wege.

 

Im Alter von mittlerweile 51 Jahren besuchte ich die SightCity in Frankfurt. Dort kam ich in Kontakt mit dem Bfw Düren und hörte von den Angeboten für späterblindende Menschen. Nach einem Beratungsgespräch vor Ort in Düren und der Besichtigung der Schulungsumgebung entschloss ich mich an einer dreimonatigen blindenspezifischen EDV-Kleingruppenschulung teilzunehmen und den Wechsel zu einer blinden Arbeitsweise zu wagen.

 

Das Erlernen der Blindenschrift war zunächst meine größte Sorge, denn ich war doch nun schon fast 52 Jahre alt. Schnell konnte ich aber feststellen, dass sich mein Lernfortschritt viel besser gestaltete als erwartet. Neben der Blindenschrift eröffnete die Sprachausgabe des Screenreaders einen weiteren Zugang zum PC. So erwies sich der blinde Umgang mit dem Computer ebenfalls einfacher als erwartet. Erstmals stand mir mit der Kombination aus Sprachausgabe und Blindenschrift, also einer blinden Arbeitstechnik, am Arbeitsplatz eine dauerhafte und nachhaltige Lösung zum Ausgleich meiner fortschreitenden Erblindung zur Verfügung. Der dreimonatige Internatsaufenthalt im Bfw Düren unterbrochen von zumindest vierzehntägigen Familienwochenenden, erleichterte mir die Konzentration auf die Herausforderungen.

 

Heute bin ich fast 56 Jahre alt. Seit rund 25 Jahren arbeite ich, unterbrochen von der Krisenbewältigung inkl. der blindenspezifischen Grundausbildung, in einer technischen Abteilung einer Kreisverwaltung als Bauingenieur. Mit der blindentechnischen Grundausbildung, die bereits 3 Jahre zurückliegt, habe ich meine Arbeitsfähigkeit wiederherstellen können. An meinem Arbeitsplatz habe ich wieder eine langfristige Perspektive.

 

Mit meinen Erfahrungen bringe ich mich beratend in der Sehbehindertenselbsthilfe ein. Bei Fragen stehe ich daher gerne zur Verfügung. Meine Kontaktdaten können über das BfW Düren erfragt werden.

 

Meine Kontaktdaten, die bei Anfragen weitergegeben werden dürfen:

Andreas Stephan

Fon: 02738 4380

Mail: a.st621@gmx.net

 

 


23.10.2017

Das Berufsförderungswerk Düren informiert in der BayArena

 

„Inklusion durch Sport von Menschen mit Sehschädigung“ titelte die Informationsveranstaltung zu der die Berufsförderungswerk Düren gGmbH (BFW Düren) und das Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport gGmbH (FIBS) geladen haben.  

Im Konferenzraum der BayArena in Leverkusen, konnte die Geschäftsführerin des BFW Düren, Frau Dr. Jansen, 69 Gäste aus dem Bereich der Bildung und des Sports begrüßen. Der Geschäftsführer des FIBS, Herr Dr. Volker Anneken moderierte die Veranstaltung und führte die Referenten und Gäste durch ein interessantes Programm mit Vorträgen und Interviews.

 

Hintergrund der Veranstaltung boten die erzielten Ergebnisse des Projektes „STAII VIT“. Dieses Projekt wird durch die Europäische Union mit 144.000 Euro gefördert. Beteiligt waren auch Bildungseinrichtungen aus Bulgarien, Italien und Rumänien. Die Durchführung der Veranstaltung sowie die Herstellung eines Tagungsbandes werden durch Bayer unterstützt.

 

Ziel des Projektes war es die Lebensqualität von blinden und sehbehinderten Menschen sowie deren Teilhabe in der Gesellschaft durch sportliche Aktivitäten zu verbessern. In dem Projekt, das nach 24 Monaten im November enden wird, wurde vom FIBS ein spezielles Trainingskonzept für Trainer und Sportlehrer entwickelt, dass diese befähigt sehgeschädigte Menschen nachhaltig zum Sport zu motivieren und entsprechend zu trainieren. Insgesamt wurden in allen Partnerländern 33 Trainer und Trainerinnen ausgebildet.

 

Die nun vorliegenden Ergebnisse zeigen auf, dass in allen Partnerländern die Lebensqualität in diversen Lebensbereichen bei allen Teilnehmern gestiegen ist. Signifikant war dabei die Steigerung der Lebensqualität im sozialen Bereich. Damit beweist dieses Projekt deutlich, dass Sport ein wirksames und nachhaltiges Instrument, zur Verbesserung der Integration sehgeschädigter Menschen ist.