Herr der Drucker

Adam Topolewski, der Herr der Drucker steht in einem Raum

Das Interview mit Adam Topolewski führte unser Mitarbeiter Jürgen Hüllen

JH: Herr Topolewski. Sie waren im Jahr 2020 der erste Teilnehmer der Integrationsmaßnahme „Fachkraft für Additive Fertigungsverfahren“. Was hat Sie an dieser Ausbildung interessiert?

AT: Da ich mir vor der Ausbildung zur „Fachkraft für additive Fertigungsverfahren“ nie etwas Genaues unter dieser Bezeichnung vorstellen konnte, war ich neugierig, was es damit auf sich hat.

Beim Assessment habe ich mir einen Chip für einen Einkaufswagen gedruckt und war damals davon schon begeistert, wie genau die Fertigung mit den 3-D Drucker funktioniert und wie kreativ man in der Konstruktion sein darf.

Da ich aus ursprünglich aus dem Zerspanungsbereich komme, wo Material beim Bearbeiten eines Bauteils abgetragen wird, ist die additive Fertigung für mich ein interessanter Gegenpol gewesen.

JH: Entsprach die Ausbildung Ihrer Erwartung und was empfanden Sie als besonders gut und was lief nicht so gut?

AT: Die Ausbildung übertraf sogar meine Erwartungen, da ich mir diese nicht so umfangreich und facettenreich vorgestellt habe.

Da ich der erste und damals auch der einzige Teilnehmer war, fand ich die Intensität des Unterrichts sehr angenehm und lehrreich.

Ebenfalls fand ich die zahlreiche Abwechslung zwischen theoretischen Unterricht und der schnellen praktischen Umsetzung mit den Verschiedenen 3-D Druck Verfahren superspannend.

Rückblickend erinnere ich mich sehr gerne an diese Zeit zurück, auch wenn der Unterricht während des Lockdowns von zu Hause aus stattfinden musste und es mir trotz guter Betreuung nicht leicht fiel die Ausbildung mit derselben Begeisterung wie zuvor zu folgen, bin ich rückblickend froh und dankbar, auch diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen.

JH: Die Ausbildung wird durch die IHK zertifiziert. Was mussten Sie für die Zertifizierung durchführen und wie fanden Sie es?

AT: Für die Zertifizierung musste ich ein von mir selbst konstruiertes Bauteil/Modell drucken und in einer Präsentation den Prüfern in der IHK Aachen vortragen.

Zuvor musste ich eine genaue Planung und Auflistung der Kostenübersicht des geplanten Bauteils den IHK vorlegen

das Bauteil (in meinem Fall ein 3-D Drucker Modell) musste folgende Bedingungen/Voraussetzungen erfüllen.

1. es mussten mindestens zwei verschiedene 3D Druck Verfahren verwendet werden

2. es mussten mindestens drei bewegliche Bauteile vorhanden sein.

Nach der Präsentation wurden von den Prüfern noch Zahlreiche Fragen zur Fertigung und Umsetzung des Bauteils gestellt, die beantwortet werden mussten.

Die Prüfung empfand ich als umfangreich und ausbalanciert. 

JH: Herr Topolewski, Sie haben nach der Ausbildung eine Beschäftigung gefunden. Was machen Sie jetzt beruflich?

AT: Das stimmt. Da ich eine unbefristete Stelle als Elektrohelfer angeboten bekommen habe, bin ich von Dortmund nach Düren gezogen.

Ich bin zufrieden mit der Stelle, da das Umfeld, mit dem ich täglich zu tun habe, sehr offen und hilfsbereit ist. 

Ich bin dankbar für diese Chance, auch wenn ich natürlich lieber in der additiven Fertigung beschäftigt wäre.

Da ich aber nun selbst privat zwei 3-D Drucker besitze, bin ich weiterhin mit Leidenschaft und Begeisterung diesem Zweig treu.

JH: Herr Topolewski, ich bedanke mich für das Interview und wünsche Ihnen weiterhin alles Gute und viel Erfolg!