Jobcoaching – Ein bewährtes Angebot des IFD-Sehen

‚Es war fünf vor zwölf‘, sagte Hans-Peter Krienke, der stellvertretende Schwerbehindertenbeauftragte der Kreisverwaltung Heinsberg. Eine schwierige Gesprächssituation mit einem Bürger war vollständig aus dem Ruder gelaufen – Das war ihm, dem seit seiner Kindheit blinden Telefonisten, Bernd Hermandung in der Telefonzentrale das erste Mal in seinem Arbeitsleben passiert.
Seit seiner Ausbildung im BFW Düren, welche er mit erfolgreichem Abschluss und anschließender Tätigkeit in der Kreisverwaltung Heinsberg absolvierte, stieg der Stresspegel wegen hoher Anforderungen an die Gesprächsführung stetig.
Die eskalierte Situation wurde von der Vorgesetzten Maren Thelen und Hans-Peter Krienke zum Anlass genommen, Hilfe beim IFD Sehen – Bereich Sicherung – einzuholen. Der zuständigen IFD-Fachberaterin Susanne Lenzke war schnell klar, dass die Krise am besten durch ein Jobcoaching mit anschließender Stabilisierung aufgefangen werden kann.
Die speziell für die Belange von blinden und sehbeeinträchtigten Menschen geschulte Jobcoachin Claudine Schulz nahm ihre Arbeit am Arbeitsplatz auf und konzipierte mit Hilfestellung durch den Fachbereich Kommunikation des BFW Düren ein individuell zugeschnittenes Arbeitstraining mit direkten Tätigkeitsbezug. Dazu gehörten insbesondere die Stärkung der vorhandenen Ressourcen in der Gesprächsführung unter Anwendung von Gesprächstechniken. Auf die damit verbundenen Rollenspiele hatte sich Bernd Hermandung besonders gefreut.
Aber auch im direkten sozialen Kontakt wurde der schlichtende Gesprächsstiel geübt. Die Förderung der Work-Life-Balance im Umgang mit Stress und der proaktiven Kommunikation zum Thema Sehbehinderung rundeten das Jobcoaching ab.
Die Arbeitsmaterialien wurden auch in Punktschrift zur Verfügung gestellt.
Die langfristige Begleitung über ein halbes Jahr brachte auch im Umfeld einiges in Bewegung. Auf Anregung aus dem Jobcoaching wurde durch den Arbeitgeber die schon länger geplante, aber immer wieder verschobene Auffrischung der Mobilitätsschulung für den Arbeitsweg durch einen Mobilitätstrainer endlich durchgesetzt und durchgeführt.
Bernd Hermandung ist dankbar für die Unterstützung und lobte: „Meine Stärken im Coaching noch einmal herauszuarbeiten, war ein neues Erlebnis für mich. Ich passe wirklich immer noch sehr gut zu meinem Job.“ Und für diesen hat es sich gelohnt zu kämpfen: „Sogar meine Familie hat bemerkt, dass ich wieder viel offener und ruhiger geworden bin.“
Auch beim IFD Sehen ist man froh, dass durch dieses zielgerichtete Vorgehen solche Situationen am Arbeitsplatz meist kurzfristig aufgefangen werden können. Daher wird empfohlen, sich bei Problemen am Arbeitsplatz (durch das eingeschränkte Sehen) rechtzeitig bei den zuständigen Fachberaterinnen zu melden.
Weitere Informationen finden Sie unter:
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www.ifd-sehen.de/beratungsangebot/jobcoaching-sehen.php