Die Weiterbildungsseminare des BFW Düren

Antje Willam-Drux lächelt in die Kamera. Ihr langes, dunkles Haar fällt über die Schultern auf eine geblümte Bluse. Sie trägt eine Brille mit dunklem Metallgestell.

Kompakte und arbeitsplatzbezogene Schulungen

Bereits seit über zwei Jahrzehnten bietet das BFW Düren mehrtägige Weiterbildungskurse für berufstätige blinde und sehgeschädigte Menschen an. Die konkreten Inhalte haben sich im Laufe der Jahre arbeitsmarkt- und bedarfsbezogen verändert und entwickelt. Die Schwerpunkte sind mit den Bereichen „Kommunikation“ und „Achtsamkeit“ jedoch gleich geblieben.

Die aktuellen Seminare finden Sie auf unserer Homepage unter: Weiterbildung – Berufsförderungswerk Düren.

Antje Willam-Drux gehört als Reha-Ausbilderin und Dozentin des BFW Düren zu den „Pionierinnen“ dieses Weiterbildungsbereiches und hat maßgeblichen Anteil an der Entwicklung und dem Erfolg diverser Seminare des Hauses. Der Teamleiter der Büroberufe, Marcus Bachem, hat dazu ein kurzes Interview mit ihr geführt:

M. B.: Frau Willam-Drux, können Sie sich noch an die Anfänge der Seminare im BFW Düren erinnern?

A. W-D.: Natürlich, obwohl das schon zwanzig Jahre her ist…damals berichteten unsere Absolventen, die inzwischen im Arbeitsleben standen, dass es keine passenden Weiterbildungen für sie gebe. Die Angebote für sehende Mitarbeiter*innen waren oft nicht für sie geeignet. Darum habe ich die ersten Seminare entwickelt.  

M. B.: In welcher Form haben sich die Bedürfnisse der Teilnehmer im Laufe der Jahre verändert und wie gehen wir darauf ein?

A. W-D.: Die Anforderungen, die an blinde und sehgeschädigte Mitarbeiter*innen gestellt werden, sind gestiegen. Ganz besonders im Bereich der Kommunikation. Da sind unsere Tipps für die Gesprächsführung und Problemlösungen für schwierige Situationen gefragt.  Inzwischen haben schon sehr viele Telefonist*innen unsere Schulungen für die Tätigkeit in Telefonzentralen besucht und weitere Themenwünsche geäußert. Diese hat das BFW Düren inhaltlich in den aktuellen Seminaren aufgegriffen. Außerdem hat die Arbeitsbelastung zugenommen. Mitarbeiter*innen sind nicht lange zu entbehren. Der beste Beweis: Unsere ersten Weiterbildungslehrgänge dauerten vier Wochen, heute nur noch vier Tage. Und deshalb bieten wir jetzt auch Seminare für Stressmanagement und verwandte Themen an.

M. B.: Können Sie uns in kurzen Worten das Konzept der Schulungen beschreiben?

A. W-D.: Wir arbeiten in Kleingruppen mit maximal acht Teilnehmer*innen. Unser Konzept ist immer offen für mitgebrachte Themen und Fallstudien. Wir geben nicht nur Wissen weiter, sondern erproben Anregungen auch in Rollenspielen, die ganz individuell Erfahrungen der Teilnehmer*innen aufgreifen. Sie gestalten die Kurse also aktiv mit, können in der Gruppe ihre Kenntnisse erweitern, sich Tipps aneignen und sie ohne Risiko praktisch ausprobieren. Dabei kommen oft auch schauspielerische Talente zum Vorschein, die für viel Spaß in der Gruppe sorgen.

M. B.: Warum würden Sie Interessenten die Teilnahme an unseren Seminaren empfehlen?

A. W-D.: Wegen der praxisnahen Ausrichtung der Schulungen. Und noch aus einem anderen Grund: Viele Teilnehmer sind am Arbeitsplatz die einzigen sehgeschädigten oder blinden Mitarbeiter*innen. Bei uns können sie sich austauschen, sie stärken sich gegenseitig den Rücken. Diese Gemeinschaft in den kleinen Gruppen tut allen gut.

M. B.: Frau Willam-Drux, vielen Dank für diesen informativen Einblick und alles Gute!