Regelmäßige gegenseitige Besuche unterstützen die Vernetzung und Zusammenarbeit beider Häuser, die schon seit dem Jahr 2018 besteht. Die im Projekt Rundblick involvierten Mitarbeitenden des Reha-Assessment-Teams erhielten im Rahmen einer Hausführung Einblick in die verschiedenen Angebote für die Rehabilitanden während der Maßnahme, wie der Ergo- und Arbeitstherapie und den Sportmöglichkeiten. Die Möglichkeit zum informelleren Austausch bestand beim abschließenden gemeinsamen Essen im Speisesaal der Salus-Klinik.
Das Projekt Rundblick ist deutschlandweit einzigartig, da es eine psychosomatische medizinische Rehabilitation mit einem beruflichen Assessment für Seheingeschränkte kombiniert. Dies dient der Einschätzung der visuellen Belastbarkeit und des Hilfsmittelbedarfs. Somit kann sowohl die Seheinschränkung als auch die oft mit einer später im Leben erworbenen Sehbehinderung einhergehende psychische Belastung in derselben Maßnahme berücksichtigt werden. Für das BFW Düren ist das Projekt Rundblick die einzige Maßnahme, im Zuge derer Menschen während einer medizinischen Rehabilitation ins Haus kommen, anstatt über Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA).
Frau Dr. Ines Frege, leitende Ärztin der Psychosomatik und verantwortlich für die Gesamtkoordination, stellte in ihrem Vortrag die Abläufe in der Salus-Klinik vor. Hauptaufgabe der Klinik ist es, aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht die berufliche Belastbarkeit der Teilnehmenden für ihren bisherigen Beruf und auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einzuschätzen. Im BFW Düren wird die visuelle Belastbarkeit unter Einsatz von Hilfsmitteln erprobt.
Im Vorfeld der Aufnahme führen die Bezugstherapeutinnen kostenlose Vorgespräche mit den Interessenten, so wie auch das BFW Düren kostenlose Erstberatungen anbietet. Hierdurch kann entschieden werden, wer für das Projekt Rundblick infrage kommt und wer eher von einer regulären psychosomatischen Reha in der Salus-Klinik ohne Beteiligung des BFW Düren profitieren würde.
Die Bezugstherapeutinnen wiesen darauf hin, dass die psychotherapeutische Behandlung der Rehabilitanden idealerweise bereits vor der Teilnahme am Projekt Rundblick abgeschlossen sein sollte. Das Projekt Rundblick soll beim Übergang von der medizinischen in die berufliche Rehabilitation mit dem Ziel der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt unterstützen. Im Verlauf der 6 Wochen wird angestrebt, die Teilnehmenden mit den sehbehindertenspezifischen Unterstützungsmöglichkeiten vertraut zu machen und dabei die Belastbarkeit schrittweise zu steigern, sodass danach eine längere Maßnahme der beruflichen Rehabilitation möglich erscheint.
Die Anmeldung zum Projekt Rundblick erfolgt bei der Salus-Klinik (Service-Nummer 02233 8081 823, mail@salus-huerth.de).
