„Das hätte ich wirklich nicht gedacht, dass ich ausgerechnet beim Finanzamt ein neues, berufliches Zuhause finde,“ sagt Nicole Berg, Teilnehmerin der beruflichen Integrationsmaßnahme für nicht seheingeschränkte Menschen im BFW.
Nach elf Vorstellungsgesprächen, drei Praktika, zwei Hospitationen und über 40 Bewerbungen konnte die 54-jährige Rehateilnehmerin im August ihren neuen Arbeitsvertrag beim Finanzamt in Düren unterschreiben. Dort wird sie ab September in den Bereichen Rezeption und Büroservice ihre neue Arbeitsstelle antreten – ein Beispiel für erfolgreiche berufliche Rehabilitation nach gesundheitlichem Einschnitt.
Beruflicher Neustart nach gesundheitlichem Einschnitt
Dabei ist Frau Berg eigentlich ausgebildete Malerin und Lackiererin mit dem Schwerpunkt KFZ-Lackierung. „In dem Beruf habe ich allerdings nach meiner Ausbildung nur etwa zweieinhalb Jahre gearbeitet, bevor 1992 meine Tochter geboren wurde.“
Es folgte eine Zeit der Familienphase, in der die gebürtige Monheimerin sich der Erziehung des Kindes und der Haushaltsführung widmete. „Allerdings eigentlich nie, ohne nebenbei zu arbeiten, denn ich bin nicht der Typ Frau, die ausschließlich zu Hause sein kann. Ich brauche auch eine berufliche Herausforderung und Kontakte außerhalb der eigenen Familie.“
So hat sie immer als Haushaltshilfe und Reinigungskraft mit Minijobs gearbeitet und danach vergleichbare Stellen bei der Stadt Elsdorf und in einem privaten Haushalt ausgefüllt.
„Eigentlich lief soweit alles gut, bis ich dann aus heiterem Himmel eine Diagnose bekam, die einen deutlichen Einschnitt in meinem Leben bedeutete. Das war natürlich zunächst einmal ein Schlag, den ich verdauen musste.“
Aber Frau Berg wäre nicht Frau Berg, wenn sie dies zum Anlass genommen hätte, den Kopf in den Sand zu stecken. Nach einer längeren, erfolgreichen Behandlungsphase schloss sich eine medizinische Rehabilitationsphase an, in der Frau Berg die Möglichkeit einer anschließenden, beruflichen Rehabilitation durch den Sozialdienst der Klinik aufgezeigt wurde.
„Das hörte sich für mich nach einem aussichtsreichen Plan an, meine berufliche Perspektive nach meiner Erkrankun in Ruhe neu planen und angehen zu können. Also stellte ich einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA), der allerdings erst im zweiten Anlauf bewilligt wurde.“
Erfolgreiche Integration über das BFW Düren
Nach der Bewilligung des LTA-Antrages ging es dann „Hoppla-Hop“, weil im BFW Düren noch kurzfristig ein Platz in der beruflichen Integrationsmaßnahme für nicht sehgeschädigte Menschen frei geworden war. Kurzentschlossen griff Frau Berg zu und sicherte sich den Platz in der o.g. Maßnahme.
„Ein Glücksfall für mich, denn ich kam in eine sehr positiv gestimmte Teilnehmergruppe, aus Menschen verschiedener Altersgruppen, mit unterschiedlichen beruflichen Vorerfahrungen, die sich sehr gut ergänzten, gegenseitig unterstützten und motivierten. Zusammen mit der professionellen Begleitung durch die Mitarbeiter*innen des BFW Düren, seien es die Ausbilder*innen, die Sozialarbeiterin oder die Integrationsbegleiter*innen, ging mein Plan für eine berufliche Neuausrichtung auf und ich freue mich sehr auf die neue, berufliche Herausforderung.
