Erklärung zum Bild: Stephanie Bux beteiligt sich mit dem BVN an der Kampagne „Du bist Demokratie“ vom Paritätischen Niedersachsen. © BVN
Mit Mut, Willenskraft und Unterstützung zum Traumjob
„Mein Name ist Stefanie Bux, ich bin 43 Jahre alt und komme aus Soltau. Mein persönlicher Weg nach Düren ist eine etwas längere Geschichte.
Bis Juli 2023 war ich im BFW-Halle (Saale) und habe dort erfolgreich eine Umschulung zur Fachkraft für Textverarbeitung abgeschlossen. Danach dachte ich, es wäre einfach, eine Arbeitsstelle in diesem Bereich zu finden – doch die Realität zeigte, dass dies deutlich schwieriger war.
Ich ließ mich nicht entmutigen und bewarb mich überall, leider jedoch ohne Erfolg. Auch meine Ansprechpartnerin bei der Arbeitsagentur, konnte mir aufgrund fehlender Erfahrung mit blinden und sehbehinderten Menschen nicht wirklich weiterhelfen. Zwischendurch ergab sich zwar ein Jobangebot, jedoch passten die Arbeitszeiten nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zusammen, sodass ich dieses Angebot schweren Herzens ablehnen musste.
Während dieser Zeit stand ich immer im Kontakt mit meinem Rentenberater. Er schlug mir vor, noch einmal ein BFW zu besuchen, was mir zunächst Bedenken bereitete, da ich erst kürzlich im BFW-Halle (Saale) gewesen war.
Mein Rentenberater erklärte mir jedoch, dass eine Auffrischung meiner PC-Kenntnisse sinnvoll wäre. Ich überlegte und dachte: Warum nicht? Es könnte nur hilfreich sein, meine Kenntnisse im Bereich Computer zu vertiefen.
Dieser PC-Kurs war an die Teilnahme an einer Integrationsmaßnahme geknüpft, die ich zunächst nicht lange wahrnehmen wollte. Rückblickend muss ich jedoch sagen, dass mir die Zeit in Düren sehr gutgetan hat. Ich fand es inspirierend, Gleichgesinnte zu treffen, mich mit ihnen über Augenerkrankungen auszutauschen und gemeinsame Aktivitäten sowohl während als auch außerhalb der Unterrichtszeit zu unternehmen.“
Berufliche Neuorientierung im BFW Düren
Bis Juni 2025 nahm Frau Bux an der Integrationsmaßnahme bei uns im BFW Düren teil. Sie begann die Maßnahme mit großer Motivation, begleitet von der Sorge, ob sie trotz ihrer Sehbehinderung ihren beruflichen Weg erfolgreich gestalten könne.
Der Alltag stellte anfangs viele Herausforderungen dar, und der Gedanke an einen beruflichen Neustart wirkte überwältigend. Von Beginn an zeigte Frau Bux bemerkenswerte Offenheit, Zielstrebigkeit und Lernbereitschaft.
Gemeinsam mit dem Team der Maßnahme entwickelte sie Strategien, um ihren Alltag und ihre beruflichen Fähigkeiten optimal an ihre individuellen Bedürfnisse anzupassen. Sie machte sich mit neuen digitalen Hilfsmitteln vertraut, strukturierte ihren Tagesablauf neu und gewann Schritt für Schritt mehr Sicherheit in beruflichen Situationen.
Ein neuer Anfang
Besonders hervorzuheben ist ihr Engagement im Praktikum beim regionalen Blindenverein Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e. V. in Lüneburg. Dort brachte sie nicht nur ihre eigenen Erfahrungen ein, sondern unterstützte auch andere Betroffene mit großem Einfühlungsvermögen.
Schnell wurde deutlich, dass Frau Bux für diese Aufgabe ideal geeignet war: authentisch, kompetent und engagiert.
Darüber hinaus erkundigte sie sich bei den Kollegen, ob die Möglichkeit eines weiteren Praktikums mit Einstellungsperspektive in einem anderen Blindenverein bestünde, und stieß auf den Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e. V. in Hannover.
Dies führte schließlich zum Erfolg: Frau Bux absolvierte dort ein weiteres Praktikum. Am Ende der Maßnahme erhielt sie das Angebot für eine feste Stelle – ein bedeutender Erfolg sowohl für sie als auch für das gesamte Team.
Heute arbeitet Frau Bux im Blindenverein in Hannover. Sie unterstützt Mitglieder, führt Beratungen durch und bringt frische Impulse in die tägliche Arbeit ein.
Trotz ihrer Einschränkung blickt sie zufrieden auf ihren bisherigen Weg zurück. Frau Bux beschreibt selbst, dass sie „genau dort angekommen ist, wo sie sein möchte“ – und ihr Erfolg zeigt, was möglich ist, wenn Menschen an sich glauben und die passende Unterstützung erhalten.
Fazit
„Für mich hat sich der Weg nach Düren gelohnt. Ich kann anderen blinden und sehbehinderten Menschen Mut machen: Sie müssen keine Angst haben oder sich verstecken, sondern können, wie alle anderen Menschen ihren Alltag gestalten – Einkaufen, Arztbesuche oder andere Tätigkeiten.
Wir sind genauso Menschen wie Sehende, nur mit dem Unterschied, dass wir einen Blindenstock oder geeignete Hilfsmittel nutzen, um unseren Alltag selbstständig zu meistern.
Vielen Dank für die interessante und inspirierende Zeit in Düren.“
