Beim diesjährigen Regionaltreffen der Rehalehrerinnen und Rehalehrer in NRW kamen 18 Fachkräfte aus dem gesamten Bundesland zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen in der Rehabilitation blinder und sehbehinderter Menschen auszutauschen. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, Neuerungen im Bereich der Hilfsmittelversorgung, moderne Langstockmodelle sowie Erfahrungen aus der täglichen Praxis zu diskutieren.
Zwei intensive Fachvorträge prägten das Treffen – beide mit starkem Zukunftsbezug und hoher Relevanz für die rehabilitative Arbeit.
Was machen Rehalehrerinnen und Rehalehrer eigentlich?
Rehalehrer für blinde und sehbehinderte Menschen vermitteln zentrale Fähigkeiten, die ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Dazu gehören insbesondere:
- Orientierung und Mobilität (O&M): sich sicher im öffentlichen Raum bewegen, Wege planen, Hindernisse erkennen und Langstöcke oder andere Hilfsmittel effektiv nutzen
- Lebenspraktische Fähigkeiten (LPF): Tätigkeiten des Alltags wie Kochen, Haushaltsführung, Körperpflege oder die Organisation des Wohnumfelds
Der Bundesverband der Rehalehrer vertritt diese Berufsgruppe bundesweit, organisiert sich aber auch regional und setzt sich für Qualitätsstandards, Fortbildungen und berufspolitische Anliegen ein.
VASCO – ein visuelles Assistenzsystem der nächsten Generation
Im ersten Vortrag wurde das Projekt VASCO vorgestellt – ein innovatives visuelles Assistenzsystem, das mithilfe von KI und 3D-Sensortechnik Menschen mit Seheinschränkungen bei Orientierung, Mobilität und alltäglichen Handlungen unterstützen soll.
Das System kombiniert unter anderem:
- ein Headset mit 3D-Kamerasystem
- akustische und taktile Ausgabekanäle
- eine kompakte Recheneinheit
- KI-gestützte Szenenanalyse
Ziel ist es, Nutzer in Echtzeit mit relevanten Informationen über ihre Umgebung zu versorgen und so sichere Entscheidungen im Alltag zu erleichtern.
EyesReality – Sehbehinderungen realitätsnah erleben
Der zweite Fachvortrag der Firma Help Tech widmete sich der EyesReality Low Vision Simulationsbrille. Dieses moderne AR-System ermöglicht es, mehr als 20 verschiedene Sehbehinderungen realitätsnah zu simulieren – darunter Makuladegeneration, Glaukom oder Gesichtsfeldausfälle.
Die Brille wird per Tablet gesteuert und ist ein wertvolles Instrument für:
- die Sensibilisierung von Angehörigen und Fachkräften
- Schulungen in Rehabilitation und Low-Vision-Beratung
- realitätsnahe Trainingssituationen
Durch individuell einstellbare Parameter lassen sich Art und Intensität der Einschränkungen präzise anpassen.
Fachlicher Austausch für eine moderne Rehabilitation
Das Regionaltreffen zeigt eindrucksvoll, wie wichtig der fachliche Austausch unter Rehalehrer ist – gerade in einem Berufsfeld, das sich durch technische Innovationen und neue pädagogische Ansätze stetig weiterentwickelt.
Die vorgestellten Projekte bieten wertvolle Impulse für die zukünftige Arbeit und unterstreichen die Bedeutung moderner Assistenzsysteme in der Rehabilitation blinder und sehbehinderter Menschen.
