Birgit Rohrmann macht jetzt Vieles mit Links

Frau Rohrmann sitzt an Ihrem PC-Arbeitsplatz und schaut leicht lächelnd in die Kamera. Sie trägt eine schwarze Brille und einen beigen Blazer. Ihr blondes Haar ist schulterlang und leicht gewellt.

„Das hätte ich wirklich nicht gedacht, dass ich hier im BFW Düren ein neues, berufliches Zuhause finde, als ich im April vergangenen Jahres, in der ersten Gruppe der neuen Maßnahme für nicht sehgeschädigte Menschen begonnen habe!“

Der berufliche Werdegang

Birgit Rohrmann, 45 Jahre und gelernte Industriekauffrau, ist eine Frau, die eine sinnvolle Aufgabe braucht und sich gerne mit dem identifiziert, was sie tut. Nach der erfolgreichen Abschlussprüfung zur Industriekauffrau, war sie mehr als sieben Jahre für ihren Ausbildungsbetrieb im Vertrieb tätig. Im Anschluss folgten weitere Tätigkeiten im Vertrieb und als Vermittlungsfachkraft im Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit, ehe 2011 ihre Tochter zur Welt kam.

Ihre vorerst letzte berufliche Station als Verfahrensassistentin bei einer Kölner Insolvenz-verwaltung, trat die gebürtige Dürenerin nach der Elternzeit Ende 2012 an.

Der Einschnitt

Im Sommer 2016 verletzte Frau Rohrmann sich bei einem Arbeitsunfall so unglücklich an der rechten Hand und an der Schulter, dass verschiedene Operationen durchgeführt werden mussten, die letzte im Januar 2019. Eine schwierige Zeit für die Rechtshänderin, die von da an immer wieder zwischen Arbeits-, Operations- und Rehabilitationsphasen wechseln musste. Zudem trainierte sie ihre linke Hand so, dass sie die rechte entlasten und vieles mit der vermeintlich schwächeren Hand machen konnte. Dennoch zeichnete sich ab, dass Birgit Rohrmann in ihrem bisher ausgeübten Beruf nicht weiterhin tätig sein konnte und eine berufliche Umorientierung anstand.

„Es stand sogar das Thema Rente im Raum, aber das kam für mich überhaupt nicht in Frage“, erzählt die Rehabilitandin im Gespräch.

Die neue Perspektive

Bei einem Termin mit der Rehaberaterin der Deutschen Rentenversicherung Bund, schlug diese dann eine berufliche Rehabilitationsmaßnahme vor. Birgit Rohrmann erfuhr von der neuen Integrationsmaßnahme für nicht sehgeschädigte Menschen im Berufsförderungswerk und machte sogleich einen Termin für ein Informationsgespräch.

„Das Konzept, mit der langsamen Heranführung an den Arbeitsalltag, der individuellen Unterstützung durch ein multiprofessionelles Team und der fachlichen Qualifizierungsmöglichkeiten, hat mich sehr überzeugt.“ Und so startete die 45-jährige im April 2021, als eine der ersten Teilnehmerinnen in der neuen BFW-Maßnahme.

In der Orientierungsphase hospitierte Frau Rohrmann im Rahmen eines Praktikums als Ausbilderin im BFW und schnell wurde klar: das passt einfach! Sie begleite Kolleg*innen im Unterricht in den Fächern Buchführung, Kosten- und Leistungsrechnung, Deutsch und Tastschreiben und übernahm nach und nach selbständig Unterrichtsinhalte. In dieser Erprobung stellte sich heraus, dass dieses Tätigkeitsfeld sowohl leidensgerecht ist, als auch den vielfältigen Fähigkeiten und Neigungen von Birgit Rohrmann voll entspricht.

So bereitete sich die Industriekauffrau im Rahmen der Integrationsmaßnahme auf den Erwerb der Ausbildereignung vor und legte die Prüfung im letzten Oktober erfolgreich ab. Nun ist sie seit Dezember nicht mehr Teilnehmerin in der neuen BFW-Maßnahme, sondern neue Kollegin im Team vor Ort. Herzlich willkommen!